Geschichtliches der Bruderschaft Molbergen e. V. 1837 

 

Der Schützenverein Molbergen wurde im Mai des Jahres 1837 gegründet. Die Gründung erfolgte wahrscheinlich auf Initiative von ehemaligen Soldaten, Jägern oder sonstigen Liebhabern des Schießsports. Protokolle oder sonstige Unterlagen aus dieser Zeit sind leider nicht mehr bekannt. Es ist anzunehmen, dass in den ersten Jahren nur ein Scheibenschießen durchgeführt worden ist; im Laufe der Jahre hat sich hieraus ein bescheidenes Volksfest entwickelt.Feste Schießanlage gab es in jener Zeit nicht. Die Schießveranstaltungen wurden in der Regel in der Nähe von Gaststätten durchgeführt, die dann auch die Bewirtung der Teilnehmer und Zuschauer besorgten. Vor jedem Schießen wurde eine behelfsmäßige Anlage errichtet, die durch einen Wall, der als Kugelfang diente, gesichert war.Das Laden der Gewehre war nicht ungefährlich und mußte daher von erfahrenen Schützen durchgeführt werden. Da der Verein auch keine eigenen Gewehre besaß, wurden diese gegen Entgeld von den Jägern ausgeliehen. Es handelte sich hierbei um Vorderlader-Gewehre. die auf Grund ihres langen Laufes eine enorme Reichweite hatten. Gegen Ende des 19. Jahrunderts wurde mit einem Karabiner der König ausgeschossen. Verantwortlich für die sachmäßige Durchführung des Schießens, für die Sicherheit der Beteiligten und Anwohner sowie auch für die Ruhe und Ordnung im Ort war der Bauern- oder Kirchspielvogt. Dieser mußte eine Schießveranstaltung beim Herzoglichen Amt beantragen, die dann in der Regel auch mit bestimmten Auflagen genehmigt wurden; eine dieser Auflagen konnte ein Verbot der Branntweinausgabe sein, um somit Raufereien vorzubeugen. Die Tanzveranstaltungen fanden, wenn der Platz in der Gaststätte nicht ausreichte, unter freiem Himmel statt.In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts blühte das Schützenwesen auf. Die Schützenfeste wurden zu großen Volksfesten, die auch aus den umliegenden Dörfern zahlreiche Besucher anlockten.Am 22. Juni 1852-54 wurden beim Großherzoglichen Amt in Cloppenburg jeweils Scheibenschießen beantragt und auch genehmigt.Am 19. Juni 1864 beantragte der Molbergen Schützenverein erneut die Durchführung eines Schützenfestes. In diesem Schreiben wurde auch der gesamte Schützenvorstand aufgeführt, dem folg. Personen angehörten: F. Nipper, G. Bahlmann, G. Diekmann, J. Schmidt und H. Heiyen. Im Jahre 1865 wurde ein Schützenfest in Dwergte am 2. Pfingstage durchgeführt. Im Jahre 1887 feierte der Schützenverein für damalige Verhältnisse in großer Aufmachung das 50. Jährige Jubiläum. Schützenkönig wurde Franz Deeken, der Vater unseres damalige Ehrenvorsitzenden und Jubiläumsschützenkönig August Deeken. Er war wahrscheinlich mit 18 Jahren der jüngste König in der Vereinsgeschichte.Ob im vorigen Jahrhundert regelmäßig ein Schützenfest abgehalten wurde, ist wenig wahrscheinlich. In den schlechten Zeiten und auch in den Kriegsjahren haben mit Sicherheit keine Schützenfeste stattgefunden.Die Sicherheitsbestimmungen wurden von Jahr zu Jahr verschärft, so daß diese Veranstaltungen nur noch außerhalb von Wohngebieten durchgeführt werden konnten.Das Königschießen anläßlich des Jubiläumsschützenfestes im Jahre 1887 fand am Waldeck statt, etwa dort, wo sich heute das Sportheim befindet.Im Jahre 1890 wurde das Schützenfest am 8. Juni beim Gastwirt Clemens Deeken (Hillen) gefeiertZum Schützenfest am 3. Juli 1892 war auch ein Festplatz vorhanden, der sich hinter dem Schulgarten befand. Die alte Molberger Schule hatte ihren Standort hinter der Kirche, wo sich heute die Küsterei befindet. Es war vom Schützenverein auch ein eigenes Festzelt in der Größe von etwa 300qm erworben worden, das bei dem eigenen Schützenfest an den Festwirt und später auch an die Nachbarschützenvereine gegen einen Betrag von 100 DM (etwa 51€ heute) ausgeliehen wurde.Am 14. Mai 1894 wurde ein Schützenfest gefeiert, über das die Münsterländische Tageszeitung wie folgt berichtete: "Unser Schützenfest verlief wieder in der schönsten Weise. Die Kapelle Knipper sowie die vorzügliche Bedienung von Seiten des Herrn Penning hielt die Festteilnehmer bis in die späten Abendstunden zusammen. Geschossen wurde vorzüglich und mit 26 Ringen die Ehre als König Herrn Hengemühle aus Molbergen zu  teil. Herr Vikar Meistermann erhielt beim Preisschießen den 3. Preis. Besonders aus Cloppenburg hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden."In den folg. Jahren wurde das Schützenfest immer auf Pfingsmontag gefeiert; der König wurde am Schützenfestnachmittag ermittelt.Im Jahre 1900 wurde eine behelfsmäßige Schießanlage mit zwei Ständen an der Starße nach Cloppenburg gebaut, dort, wo damals Josef Bäker wohnte. 

St. Joh. Schützenbruderschaft Molbergen e.V. 1837